Vom Halbzeug zum Hochleistungsbauteil: DORNIER präsentiert auf JEC 2026 neue Lösungen für 3D-Weben und skalierbare Composite-Serienproduktion
Leichte und hochbelastbare Composites sind Schlüsselkomponenten für Gewichtsreduktion und Energieeffizienz in Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Mobilität, Infrastruktur, Bau und Energie. Auf der JEC World vom 10. bis 12. März 2026 in Paris Nord Villepinte (Halle 6, Stand B71) präsentiert die Lindauer DORNIER Anlagenlösungen zur wirtschaftlichen Serienfertigung solcher Composites. Die neue 3D-Webtechnologie TRITOS® FLEX und der Ausbau des hauseigenen Technikums für anwendungsspezifische Materialvalidierungen bilden die Schwerpunkte des JEC-Messeauftritts.
TRITOS® FLEX – der flexible Einstieg ins 3D-Weben
Auf der JEC World, der weltweit führenden Fachmesse für Verbundwerkstoffe, präsentiert der Maschinen- und Anlagenbauer DORNIER mit TRITOS® FLEX eine Weiterentwicklung seiner 3D-Webmaschine TRITOS® (Textile Roving Into Three-dimensionally Oriented Structure). Das neue System ist die Antwort auf die steigende Nachfrage nach komplexen 3D-Geweben mit hervorragendem Impactverhalten und hoher Schadenstoleranz. „Mit TRITOS® FLEX wollen wir Unternehmen einen einfachen und kosteneffizienten Einstieg in die Produktion von 3D-Geweben ermöglichen“, sagt Dr. Josef Klingele, Leiter der Produktlinie Composite Systems® bei DORNIER. Die neue Anlage richtet sich vor allem an Anwender, die bei der Fertigung von 3D-Geweben besondere Flexibilität benötigen. Während die bestehende Linie TRITOS® PP die wirtschaftliche und hoch automatisierte Serienproduktion von 3D-Geweben mit Dicken bis zu 100 Millimetern abdeckt, lassen sich mit TRITOS® FLEX auch kleine und mittelgroße Serien von 3D-Geweben bis zu einer Dicke von 50 Millimetern flexibel und präzise herstellen. Auf TRITOS®-Systemen fertigen DORNIER-Kunden hochwertige 3D-Preforms unter anderem für die Automobil- und Luftfahrtindustrie.
P2 Roving und P2 Mono Roving: Webmaschinen für flache Roving-Gewebe
Für die Herstellung flacher Verstärkungsgewebe präsentiert DORNIER in Paris aktuelle Entwicklungen seiner Greiferwebmaschine P2 Roving und der P2 Mono Roving. Die Webmaschinen gelten weltweit als Benchmark für die prozesssichere und wirtschaftliche Verarbeitung von Carbon-, Glas- und Aramidfasern. Dank ihrer hohen Eintragsleistung, ihres patentierten und wartungsfreien Antriebs sowie ihrer modularen Bauweise lassen sich technische Gewebe – vom schweren Heavy Tow bis zu feinsten Spezialfasern – darauf besonders effizient und reproduzierbar herstellen. Mit dem neuen System PIRO zur Greiferöffnung bietet DORNIER zudem eine innovative Lösung zur mustergesteuerten Optimierung der Schussfadenübergabe („pic-a-pic“).
Erweitertes Technikum: Vom Matrixmix zur Serie
Ein weiterer Schwerpunkt auf der JEC World ist das Produktionssystem PROTOS® (Polymer and Roving to Sheet). Es adressiert den wachsenden Bedarf an thermoplastischen Composites mit kurzen Zykluszeiten und hoher Recyclingfähigkeit. Das System vereint die Fertigung unidirektionaler Tapes (UD-Tapes) auf der PROTOS®-Tape-Produktionsanlage und deren Verarbeitung zu Geweben auf der PROTOS®-Tape-Webmaschine in einem durchgängigen Prozess. Um Kunden den Weg zur Serienproduktion hochbelastbarer Strukturbauteile aus Faserverbundwerkstoffen zu erleichtern, hat DORNIER sein Technikum am Standort Esseratsweiler zuletzt deutlich ausgebaut. „Unsere Kunden testen hier die Verarbeitung verschiedener Thermoplaste zu UD-Tapes und validieren ihre Matrixmaterialien vor der Anlagenspezifikation“, erläutert Dr. Klingele. „Das umfasst auch Hochtemperatur-Thermoplaste für High-End-Anwendungen.“ Neben der Tape-Produktionsanlage stehen dort auch eine Tape-Webmaschine, eine 3D-Weblinie sowie eine P2 Roving Webmaschine für Flachgewebe für Versuche bereit.
Composite Systems®: Über 50 Jahre Erfahrung in der Faserverbundfertigung
Der im Jahr 2014 gegründete Geschäftsbereich Composite Systems® bündelt die jahrzehntelange Erfahrung von DORNIER in der Konstruktion und im Bau von Webmaschinen und Folienanlagen. Hier entstehen Anlagen für die wirtschaftliche und skalierbare Serienproduktion maßgeschneiderter Composite-Lösungen. Kunden fertigen damit Bauteile mit Wunschgeometrie, optimalem Faser-Matrix-Mix und mechanischen Eigenschaften, die exakt auf die jeweilige Anwendung ausgelegt sind. Die Wurzeln von Composite Systems® reichen bis in die 1970er-Jahre zurück: Als die Luft- und Raumfahrtindustrie aus Gewichtsgründen begann, auf Faserverbundwerkstoffe zu setzen, lieferte DORNIER als Partner der ersten Stunde spezialisierte Webmaschinen für Glas- und Carbonfasern. Die mit Composite-Technologie von DORNIER gefertigten Leichtbauteile sind heute in der Luft- und Raumfahrt, im Automobil- und Maschinenbau sowie in der Medizintechnik und in der Sportindustrie im Einsatz.