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Mit dem Zug nach Fernost


DORNIER liefert Folienreckanlage samt Werksausrüstung auf neuer Seidenstraße nach China

11.000 Kilometer, rund 70 Länder, fast 1.000 Milliarden Dollar Investitionskosten – die neue Seidenstraße ist ein Infrastrukturprojekt der Superlative. Mit ihr soll der Handel zwischen Europa und Asien neben Schiff und Flugzeug im großen Stil auch auf der Schiene ins Rollen kommen. DORNIER liefert im Juli auf einer Bahntrasse der Handelsroute eine erste Folienreckanlage samt kompletter Werksausrüstung ins rund 6.000 Kilometer entfernte chinesische Urumtschi.

2013 kündigte die Volksrepublik China an, die Seidenstraße zwischen Europa und Asien wiederzubeleben. Auf der interkontinentalen Handelsroute wurden in der Antike und im frühen Mittelalter unter anderem Wolle, Gold und Silber gen Osten und Seide in Gegenrichtung transportiert. Daher auch der Name, den der deutsche Geograf Ferdinand von Richthofen der Handelstrasse 1877 gab. Als „One Belt, One Road“ soll diese nun mit Investitionskosten von rund einer Billion Dollar für Straßen, Häfen und Zugstrecken zu neuer Blüte geführt werden.

Eine der Bahnlinien verbindet das 11.000 Kilometer entfernte chinesische Chongqing mit einem Logistikzentrum in Duisburg; etwa 25 Güterzüge aus Fernost erreichen die Rheinmetropole wöchentlich. Von hier aus tritt im Juli auch eine Folienreckanlage der Lindauer DORNIER ihre Reise in die Zwei-Millionen-Metropole Urumtschi im Nordwesten der Volksrepublik an. „Wir verschiffen Maschinen und Anlagen in der Regel von Bremerhaven aus“, sagt Andreas Kückelmann, Geschäftsführer des Bereichs Sondermaschinen bei DORNIER. Die Fahrt dauere etwa sechs Wochen. Doch weil Urumtschi, so Kückelmann, über 3.000 Kilometer vom ostchinesischen Ankunftshafen Tianjin entfernt sei, kämen zur Schiffspassage noch drei Wochen Überlandfahrt mit dem Lkw hinzu.

„Made in Germany” by train gen Asien

Der Transport mit der Bahn hingegen soll 22 Bahntage dauern – also nur etwa ein Drittel der Zeit. Zwar werden einige der Anlagenkomponenten, darunter Silos mit einer Gesamtlänge von 22 Metern, wegen ihrer Größe noch auf der traditionellen Wasserroute verschifft. Doch die meisten Teile der 150 Meter langen Anlage zur Polyesterfolienherstellung reisen in insgesamt 120 Containern auf der Schiene über Polen, Russland und Kasachstan bis zu ihrem Bestimmungsort in Nordwestchina. Die erste Lieferung umfasst dabei 30 Container. „Getreu unserem Motto ‚Quality creates value‘ wollen wir den Kunden entsprechend dem Baufortschritt der Halle für die Anlage beliefern“, sagt Kückelmann. Vor Ort soll ein Montageteam von DORNIER die Anlagenteile in Empfang nehmen.

Bereits im Januar gingen elf Luft- und Greiferwebmaschinen von Lindau aus über Duisburg nach China. „Made in Germany“ nach Asien „by train“ als Zukunftsmodell? „Wir liefern sicher weitere Maschinen und Anlagen über die neue Seidenstraße“, so der Sondermaschinen-Geschäftsführer.