Portrait
Vom Flugzeug zur Webmaschine: Ingenieurskunst aus Passion
Das weltweit renommierte Flugzeugunternehmen Dornier begann nach dem Krieg mit dem Bau von Textilmaschinen, zunächst von Schützenwebmaschinen – das Ergebnis der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld. Der Grund für die Neuorientierung: Die Alliierten hatten dem Unternehmen gänzlich verboten, in Deutschland Flugzeuge zu bauen. Breite ProduktpaletteNeben Schützenwebmaschinen produzierte die Lindauer DORNIER schon bald auch Sondermaschinen wie Trocknungsanlagen für die Pappe-, Papier- und Baustoffplattenindustrie. Ergänzt wurde die Produktpalette von DORNIER Mitte der 50er Jahre um Folienreckanlagen für die Verpackungsmittel- und Kunststofffolienindustrie sowie um Textilveredlungsmaschinen für Rundstrickware. Die 1967 entwickelte DORNIER-Greiferwebmaschine ergänzt durch die 1989 eingeführte Luftdüsenwebmaschine waren die wichtigsten Meilensteine beim Aufstieg des Unternehmens zum einzigen deutschen und international renommierten Webmaschinenhersteller. Technologieführer mit zwei StandbeinenMit beiden Unternehmensbereichen – der Webmaschine und dem Bereich Sondermaschine – zählt DORNIER heute zu den Technologieführern weltweit. Zudem ist das süddeutsche Unternehmen im Sondermaschinenbau Marktführer für Engineering und Produktion von Anlagen zur Herstellung von dünnsten Kunststofffolien. Neben der Verpackungsindustrie finden diese Folien immer weiteren Einsatz in High-Tech Produkten wie Halbleiter, Kondensatoren für Hybridfahrzeuge oder Foliendisplays in Mobiltelefonen und Flachbildschirmen. |
Die Gründerfamilie Dornier: Vision, Unternehmertum und Pioniergeist
Prof. Dr. Claude Dornier (1884 - 1969)
1910 trat Prof. Dr. Claude Dornier in die Dienste des Grafen von Zeppelin. Als erster entwickelte Claude Dornier Flugzeuge und Flugboote aus Ganzmetall. Legendär wurde der Dornier-Wal, der 1922 zu seinem Jungfernflug abhob und zum erfolgreichsten Flugboot der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde. Viel Aufsehen erregte auch Claude Dorniers spektakuläre Expedition von 1929: Mit der 12- motorigen Do X, dem damals größten Passagierflugzeug der Welt, flog er nach Afrika, Nord- und Südamerika. 1932 konnte Claude Dornier die Dornier-Metallbauten GmbH aus dem Zeppelin-Konzern heraus erwerben - die eigentliche Geburtsstunde der Firma Dornier.
Peter Dornier (1917 - 2002)
Peter Dornier, der zweitälteste Sohn von Professor Claude Dornier, wurde ebenfalls Diplomingenieur. Er trat 1944 als Flugzeugkonstrukteur in das väterliche Unternehmen ein und war in der Folge maßgebend am Aufbau der deutschen Flugzeugindustrie beteiligt. So erfand und entwickelte er unter anderem das Propellerflugzeug Do 335 sowie das senkrecht startende Strahl-Transportflugzeug Do 31. Für die Do 335 wurde er mit dem Preis der Lilienthal- Gesellschaft für Luftfahrt ausgezeichnet. Ab 1950 widmete sich Peter Dornier dem Aufbau der Lindauer DORNIER GmbH und übernahm 1985 anlässlich der Mehrheitsbeteiligung der Daimler Benz AG an der Dornier Unternehmensgruppe in einem Aktientausch sämtliche Anteile der Lindauer DORNIER GmbH.
Peter D. Dornier (geboren 1961)
Der Diplom-Ingenieur Peter D. Dornier, Sohn von Peter Dornier, leitet die Geschicke des Familienunternehmens in dritter Generation. Peter D. Dornier trat 1989 in die väterliche Firma ein, wurde 1999 Vorstandssprecher und war während vieler Jahre verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Entwicklung der Sparte Webmaschinen. Er ist seit 2001 Geschäftsführungsvorsitzender der Lindauer DORNIER GmbH.





