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Dezember 2010 - Peter Dornier Stiftung - Nächstenliebe: Ein Zehntel für die Menschheit

Vor 25 Jahren hat Peter Dornier die gleichnamige Stiftung gegründet und damit über seinen Tod hinaus ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen dahingehend, dass unternehmerischer Geist dem Wissen um die eigene soziale Verantwortung nicht widerspricht.

Dezember 2010 - Peter Dornier Stiftung - Nächstenliebe: Ein Zehntel für die Menschheit

Der Gründer der Stiftung: Peter Dornier

Peter Dornier Stiftung -
Nächstenliebe: Ein Zehntel für die Menschheit

Seit 25 Jahren fördert die Peter Dornier Stiftung Projekte zum Wohle der Menschen hier und auf der ganzen Welt

 

LINDAU - Vor 25 Jahren hat Peter Dornier die gleichnamige Stiftung gegründet und damit über seinen Tod hinaus ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen dahingehend, dass unternehmerischer Geist dem Wissen um die eigene soziale Verantwortung nicht widerspricht. Im Gegenteil. So hat die Stiftung von 1985 bis heute über 250 verschiedene Organisationen und deren Projekte mit mehr als 6,6 Millionen Euro unterstützt.

Ganz im Sinne ihres Gründers, der „der Gesellschaft von dem etwas zurückgeben wollte, was er an materiellen Werten mit seinen Mitarbeitern geschaffen hat“, wie seine Frau, Maja Dornier, die nach dem Tod ihres Mannes den Stiftungsvorsitz übernommen hat, auf der Jubiläumsfeier im Alten Rathaus sagte. Der biblischen Weisung folgend, den zehnten Teil zu geben, bildeten bei der Gründung zehn Prozent des Betriebsvermögens der Lindauer DORNIER GmbH den Grundstock. Seither fließen jährlich zehn Prozent des Unternehmensgewinns in die Stiftung.

Von diesem Geld fördert sie eine breit gefächerte Palette an Projekten. Sei es im Bereich des Umwelt-, Natur- und Landschaftschutzes, der Heimat- und Denkmalpflege, des Tierschutzes, der allgemeinen Wohltätigkeit, dem sozialen Frieden, der Volksgesundheit, aber auch in der Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur, Bildung, Erziehung, Religion, Völkerverständigung, Entwicklungshilfe und im Sport. „Man kann also wirklich nur fragen, was macht sie eigentlich nicht?“ fasste Maja Dornier in ihrer Rede, in der sie den zahlreich erschienen Gästen die Arbeit der Stiftung näherbrachte, augenzwinkernd zusammen und lieferte auch gleich die Antwort: „Politik. Politik macht sie nicht.“ Dafür nimmt sie sich aber Projekten in der ganzen Welt an, von Lindau bis Äthiopien, von Berlin bis Kuba, die manchmal klein sein mögen, aber nachhaltig Großes bewirken. Und weil sich die Stiftung mit ihrem Gründer sowie dem heutigen Stiftungsrat der Heimat und  den Menschen, die hier leben, besonders verbunden fühlt, liegt ihr besonderes Augenmerk auch auf Lindau und der Region. Zum Tragen kommt diese Einstellung dadurch, dass hier zahlreiche Projekte gefördert wurden, die der Stadt, dem Landkreis und seinen Menschen zugute kommen. Eine Unterstützung, für die sich sowohl Oberbürgermeisterin Petra Seidl als auch Landrat Elmar Stegmann bedankten. „25 Jahre Peter Dornier Stiftung, das sind 25 Jahre Engagement für unsere Gesellschaft, ein Vierteljahrhundert der Hilfsbereitschaft und der Großherzigkeit, des Einsatzes für die Heimat und unser ganzes Land“, sagte Seidl. Sie nannte die Nobelpreisträgertagung, das Haug am Brückele, die Beschaffung der neuen Bestuhlung für den Konzertsaal im Stadttheater sowie den Besuchsdienst für Kranke und Sterbende und das Hospizzentrum Haus Brög zum Engel beispielhaft.

Deutschlandweiter Vorreiter

Stegmann verglich die Stiftung in Anlehnung an ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry mit einer Eiche, die heute feste Wurzeln geschlagen habe und immer wieder neue Äste bilde. Darüber hinaus würdigte er nicht nur die Verdienste der Stiftung und seines Gründers, sondern hob Maja Dorniers Engagement für die Hospizbewegung besonders hervor, die diese zu einem deutschlandweiten Vorreiter gemacht habe. „Peter Dornier und seine Frau Maja haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen in Not zu helfen – und das nicht nur finanziell, sondern auch mit viel persönlichem Einsatz und Engagement“, schloss er.

Neben den feierlichen Reden der Politiker und Maja Dorniers Darstellung der Stiftung zeichnete der Aufsichtsratvorsitzende der Lindauer DORNIER GmbH, Dieter Feddersen, den Gästen ein eindrucksvolles Portrait des Stiftungsgründers Peter Dornier. Jürgen Regge, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen hielt einen Vortrag über unternehmensnahe Stiftungen. Das „Collegium Musicum“ sorgte währenddessen für eine feierliche, musikalische Umrahmung.

Die Stiftung

Das Jahr 1985 bildete einen Wendepunkt in der Dornier-Firmengeschichte. Die Daimler Benz AG hatte zu dieser Zeit die Mehrheitsbeteiligung an der gesamten Dornier-Unternehmensgruppe übernommen. Peter Dornier allerdings gelang es im  Austausch seiner sämtlichen Geschäftsanteile, sich die Lindauer DORNIER GmbH zu sichern. Noch im selben Jahr gründete er die gemeinnützige Peter Dornier Stiftung. „Wie in der Bibel gebe ich den „Zehnten“, damit meine Mitarbeiter erkennen, dass das von uns gemeinsam Erwirtschaftete zu einem Teil dem Gemeinwohl dienen muss“, sagte er zur Stiftungsgründung. Dabei bildeten zehn Prozent des Betriebsvermögens die Basis, und jährlich fließen zehn Prozent des Unternehmensgewinns in die Stiftung. Der Löwenanteil des Geldes (50 Prozent) wird in soziale Projekte investiert, wobei dem Stiftungsrat die Jugend- und Kinderhilfe besonders am Herzen liegen. Auf die Bereiche Wissenschaft, Heimat- und Denkmalpflege entfallen jeweils 15 Prozent, auf Kunst und Kultur 11 Prozent, auf Naturschutz acht und auf Sport knapp ein Prozent. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Maja Dornier den Vorsitz im Stiftungsvorstand.
Dieter Feddersen, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Lindauer DORNIER GmbH ist, unterstützt sie dabei. Den Beirat bilden ihre vier Kinder Kerstin, Aimée, Karin und Peter sowie der ehemalige und der jetzige kaufmännische Geschäftsführer der Lindauer DORNIER GmbH Heinrich Ahner und Hans-Jürgen Schmidt.

Zur Person Peter Dornier

Peter Dornier war nicht nur Ingenieur und Unternehmer, sondern auch ein Mensch, der sich um seine Mitmenschen sorgte. Geboren am 31. Januar 1917 als zweiter Sohn des Luftfahrtpioniers Claude Dornier und dessen erster Frau Olga, wuchs er in Friedrichshafen auf. Fasziniert von der Luftfahrt, begann er schon mit elf Jahren ein technisches Tagebuch zu führen, in das er Baupläne zeichnete. Bereits als Student war er an der Entwicklung neuer Flugzeuge im väterlichen Unternehmen beteiligt. Noch bevor er sein Studium der Ingenieurswissenschaften abgeschlossen hatte, wurde ihm 1943 ein Luftfahrtpreis für den besten Beitrag zur Luftfahrtentwicklung des Jahres, der Mitentwicklung der Do 335, das noch heute als das schnellste Propellerflugzeug der Welt gilt, verliehen. Nachdem nach Kriegsende der Flugzeugbau in Deutschland verboten war, konzentrierte Dornier seine Begeisterung für Technik auf die Bedürfnisse der Textilindustrie und baute ab 1950 die Lindauer DORNIER auf. Hier werden seitdem Web- und Sondermaschinen produziert, die überall auf der Welt zu finden sind. Später wurden zudem Vertriebs- und Service-Niederlassungen in den USA, China, Indien und in der Türkei eröffnet. DORNIER gehört dabei weltweit zu den Technologieführern. Darüber hinaus konzipierte Peter Dornier den Senkrechtstarter Do 31, entwickelte 134 Patente und wurde 1983 mit dem bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Noch bis kurz vor seinem Tod am 28. Januar 2002 war Peter Dornier Vorsitzender der Geschäftsführung der Lindauer DORNIER sowie Vorsitzender seiner Stiftung. Heute lenkt sein Sohn Peter die Geschicke der Firma.

25 Jahre Dornier StiftungStiftung Maja Dornier
Der Stiftungsbeirat: Peter D. Dornier, Heinrich Ahner, Dieter Feddersen,
Aimée Dornier, Maja Dornier, Hans-Jürgen Schmidt und Karin Preisser (von links).
Maja Dornier bei Ihrer Rede zum 25-jährigen Jubiläum der
Stifung.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Lindauer Zeitung vom Samstag, 18. Dezember 2010
Text: Isabel Kubeth de Placido

Foto: Christian Flemming,  

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